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„Köln ist ein sehr vielfältiger Agenturstandort“

Mit „The Rendezvous - Der Agenturclub“ startete im Mai 2017 eine Veranstaltungsreihe, die Geschäftsführern von Kölner Kommunikationsagenturen die Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung gibt. Im Vorfeld des zweiten Treffens am 9. November 2017 sprachen wir mit den Initiatoren Iris Heilmann, Managing Director der Palmer Hargreaves GmbH, und Olav A. Waschkies, Managing Director von Publicis Pixelpark.

Was hat Sie dazu veranlasst, eine neue Veranstaltungsreihe zu initiieren?

Iris Heilmann: Wirklich erstmals zu einer Zusammenarbeit der Kölner Kommunikationsagenturen kam es, als wir uns der Idee angenommen haben, die Karrieremesse adday/adnight auf Kölner Ebene stattfinden zu lassen. Das war eine Initiative, in die viele Agenturen gemeinsam eine Menge Arbeit hineingesteckt haben und die dann auch sehr erfolgreich geworden ist. Aus der Erfahrung heraus, dass sich die Kölner Agenturen endlich einmal zusammengeschlossen und nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Unternehmensform Agentur und die mit ihr verbundenen Berufe geworben haben, entstand dann die Idee, dass auf einer weiteren Ebene fortzuführen und ein Forum für den Austausch auf Geschäftsführerebene zu schaffen.

Olav A. Waschkies: Hinzu kam das Interesse der Stadt, für den Agenturstandort Köln zu werben. Wir Agenturen befinden uns ja in einer Konkurrenzsituation. Der Vorschlag und die darauf folgende Einladung Roland Bergers, Leiter der Stabsstelle Medien- und Internetwirtschaft der Stadt Köln, uns als unabhängige Instanz an einen Tisch zu bringen, war eine wichtige Initialzündung.

Wie war die Resonanz, als es im Mai losging?

Olav A. Waschkies: Bei unserem ersten Treffen waren rund 50 Agenturen vertreten. Viele Kollegen haben uns gleich nach der Veranstaltung persönlich gesagt, wie gut sie es finden, dass wir endlich anfangen, uns zu vernetzen. Einige haben sich im Nachklapp auch noch mal an den Computer gesetzt und uns zwei, drei Zeilen geschrieben. Das empfand ich ebenfalls als sehr positives Signal. Bei unserem zweiten Treffen wollen dann auch alle wieder mit dabei sein.

Werden die Treffen vorab strukturiert?

Olav A. Waschkies: Ja. Vor dem ersten Treffen haben wir – Iris und ich – uns mit Jost Kölner, dem damaligen Geschäftsführer von „Zum goldenen Hirschen“, und Marco Zingler, dem Geschäftsführer vom denkwerk, zusammengesetzt und uns gefragt, welche Themen uns gerade besonders interessieren. Wir sind dann auf das Thema „Agenturstandort Köln – Besser als sein Ruf“ gekommen und haben uns erlaubt, davon auszugehen: Wenn ein Thema gleich vier Agentur-Chefs bewegt, dann ist die Wahrscheinlich hoch, dass es in der Branche noch ein paar Leute mehr gibt, denen das so geht.

Warum bewegt Sie dieses Thema so sehr?

Iris Heilmann: Im Wettbewerb um die besten Köpfe ist für uns alle sehr wichtig, dass die Nachwuchstalente wissen: Köln ist ein großer und – wir glauben, das ist das Besondere – sehr vielfältiger Agenturstandort. Ihnen soll bewusst sein: In Köln kann ich mich weiterentwickeln. Dazu gehört ja auch, verschiedene Agenturen und verschiedene Kunden kennenzulernen. Wir wollen also klar machen: Ihr müsst dafür nicht nach Hamburg gehen, noch nicht einmal nach Düsseldorf – das ist auch in Köln möglich. Das heißt, einerseits konkurrieren wir mit anderen Kölner Agenturen um die besten Köpfe. Aber wir glauben andererseits, dass es besser ist, Teil einer Karriereleiter eines Nachwuchstalents zu sein, als einfach nur unbeteiligt daneben zu stehen. Das allen Agenturen zu vermitteln, eben auch denen, die nicht bei adday/adnight dabei waren und dort dieses Bewusstsein entwickelt haben, war das Thema beim ersten Treffen im Mai. Jetzt, beim zweiten Mal, geht es um das Thema Aus- und Weiterbildung. Köln ist eine der größten Universitätsstädte des Landes und Köln ist ein Magnet für viele junge Menschen, aber wie ist es um den Agenturnachwuchs bestellt? Gibt es genug Absolventen, die unsere Nachfrage bedienen können? Ist das Ausbildungsangebot der Hochschulen auf unseren Bedarf ausgerichtet? Das wollen wir diskutieren. Gregor Schönborn von Deep White und ich werden dazu Impulsvorträge halten.

Werden dem Austausch auch konkrete Handlungen und Aktionen folgen?

Iris Heilmann: Das war im Vorfeld eine große Diskussion, wie organisationsgetrieben wir agieren sollen. Am Ende herrschte dann aber Konsens, dass man sich erst einmal ein Diskussionsforum schaffen will.

„Erst einmal“?

Olav A. Waschkies: Ja. Wir geben erst einmal Raum für Gespräche und wollen schauen: Findet sich da etwas? Ist da ein Interesse? Wir haben das an anderer Stelle ja schon einmal durchexerziert, bei Web de Cologne, da bin ich Gründungsvorstand. Wir sind damals einfach mal losgezogen mit dem Leitgedanken „Wir sind irgendwie Digitale, haben kein Zuhause und uns bislang nicht vernetzt, obwohl wir in einer vernetzten Welt leben“; näher war das nicht definiert. Wir haben dann erst einmal angefangen, solche Abende wie jetzt „The Rendezvous“ zu gestalten. Mittlerweile ist „Web de Cologne“ ein Verein mit einigen wirklich sehr handfesten Formaten. Dieses Vorgehen hat sich bewährt, denn direkt einen Verein zu gründen, davor haben viele Manschetten. Wenn es Menschen gibt, die den Austausch unter Geschäftsführern und unsere Themen für relevant halten und einen Nutzen sehen, sich zusammenzutun und später vielleicht dann auch konkrete Dinge anzustoßen, dann werden diese auch wiederkommen. Das wird sich 2018 herauskristallisieren. Dann werden wir sicherlich auch Gespräche führen, welche Form sich anbietet, um in Projekte und einen kontinuierlichen Austausch zu gehen. Und nein, es muss nicht zwingend ein Verein werden, auch wenn es des Deutschen liebstes Hobby ist.

Wo finden die Treffen statt?

Iris Heilmann: Immer bei einem Gastgeber, also einer Agentur. Im November ist es das „Haus der Kommunikation“ von Serviceplan.

Olav A. Waschkies: Die Idee dahinter ist, dass wir Agenturmenschen nun mal notorisch neugierig sind und uns gerne mal umschauen. Wie wohnen die da? Wie machen die das denn? Wie sehen die Konfis bei ihnen aus? Das find ich einfach total spannend.

Vernetzung von Mitbewerbern ist das eine, Zusammenarbeit das andere. Kann „The Rendezvous“ dazu führen, dass Agenturen auch mal Aufträge gemeinsam stemmen werden?

Olav A. Waschkies: Das ist jetzt nicht das eigentliche Ziel und auch nicht in irgendeiner Form organisiert, aber theoretisch könnte es sich natürlich ergeben. Bei Web de Cologne ist definitiv so etwas entstanden. Nicht jede Agentur kann alles. Und da ist es manchmal einfach total hilfreich, Kollegen kennenzulernen und unsere Kompetenzen zu bündeln.

 

Die zweite Ausgabe von „The Rendezvous - Der Agenturclub“ findet am 9. November 2017, ab 18.00 Uhr, im „Haus der Kommunikation“ der Kölner Niederlassung der Serviceplan Group statt. Informationen und Anmeldung unter: therendezvous.de