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StartupCon 2016:
„Wir wollen Business machen“

Zum siebten Mal richten die Stadt Köln und der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. die Kölner Internetwoche aus, vom 24. bis zum 29. Oktober 2016. In ihrem Rahmen findet am 27. Oktober in der LANXESS Arena die StartupCon statt. Zu der Gründerkonferenz mit Expo werden mehrere Tausend Besucher und 300 Aussteller erwartet. Wir sprachen mit dem Macher der StartupCon, Christian Weis.

 

Wie sind Sie zum Veranstalter einer Konferenz beziehungsweise Expo zum Thema Startups geworden?

Wir kommen ja eigentlich aus dem Wirtschaftsjournalismus und betreiben seit über zehn Jahren Business-on.de als regionales, deutschlandweit tätiges Wirtschaftsmagazin für Geschäftsführer und leitende Angestellte. Im Rahmen dieser Tätigkeit haben wir gemerkt, dass es den Startups oft an Kontakten in die Industrie mangelt.

Auf welche Weise trägt die StartupCon dazu bei, dieses Problem zu lösen?

Weil wir so gut vernetzt sind, sind wir in der Lage, eine wirklich hohe Anzahl an mittelständischen Unternehmen gezielt mit den Startups zusammenzubringen. Das ist schon mal ein sehr wichtiger Punkt, denn die  Verbindung zwischen Unternehmen und Startups ist sehr spannend: Die Unternehmen können die Technologie der Startups unter Umständen in ihre Produktionsabläufe, Vermarktungs- oder Digitalisierungsprozesse übernehmen, und die Startups sind für die Unternehmen potenzielle Kunden und oft auch geeignete Übernahmekandidaten.

Den Startups fehlt es aber nicht nur an Kontakten, sondern auch an Kapital.

Ja, auch daran hapert es. Es gibt generell zu wenig, und auf der anderen Seite haben die Investoren das Problem, dass sie von den Startups oftmals mit Pitch Decks und Businessplänen überhäuft werden. Wir bauen deshalb die Business-Logen der LANXESS Arena um und richten dort nach vorher festgelegten Investment-Kriterien so genannte One-on-One-Pitches aus.

Inwieweit nach vorher festgelegten Kriterien?

Jeder Investor hat ja seinen eigenen Investitionskosmos. Der eine investiert nur in Cleantech, der andere nur in Biotech oder Fintech. Der eine sucht Investments ab einer Million aufwärts, der andere präferiert eine andere Summe.  Wir werden vorher für jeden einzelnen Investor zielgerichtet die passenden Startups auswählen. Das hat für ihn einen enormen Mehrwert: Er bekommt die Pitches, die seinem Investmentportfolio entsprechen, und wird nicht mit Anfragen überhäuft.

Das gab es im vergangenen Jahr so noch nicht ...

Wir haben nach den ersten beiden StartupCons mit Gästen, Sponsoren und Partnern gesprochen und daraus unsere Lehren gezogen. Das heißt, wir haben einiges verbessert, um uns auf dem Markt noch profilgenauer zu positionieren. Wir richten in diesem Jahr auch erstmals einen Raum ein, zu dem nur Investoren Zugang erhalten und in dem sie unter vier Augen Co-Investments besprechen können. Einfach deshalb, weil viele Investoren mittlerweile den Weg gehen, eine höhere Anzahl an Co-Investments zu tätigen.

Wie ist das Feedback der Investoren?

Sehr gut. Wir haben namhafte Großinvestoren dabei, aber auch Investoren, die man vielleicht eher als Business-Angels bezeichnen würde.

Sie sprachen vorhin über mittelständische Unternehmen. Wie ausgeprägt ist deren Bewusstsein, dass Startups wichtig für sie sein könnten?

Das reift meiner Meinung nach gerade. Meine Erfahrung ist, dass die großen Unternehmen entweder im Business-Development Kräfte für das Thema Startups/Vitalisierung freisetzen oder sogar eigene Startup-Abteilungen schaffen. Diese Entwicklung macht sich langsam auch in mittelständischen Betrieben bemerkbar. Bis das aber ein flächendeckendes Thema ist, werden sicherlich noch ein paar Jahre vergehen.

Wir haben noch gar nicht über die Konferenz gesprochen. Was haben Sie sich diesbezüglich für 2016 vorgenommen?

Wenn unsere Besucher abends nach Hause fahren, sollen sie viel gelernt haben und hochmotiviert sein. Das ist unser Ziel. Deshalb holen wir für die Panels und Speaker-Slots Leute nach Köln, die in der Branche etwas zu sagen haben und selbst sehr erfolgreich sind. Auf der Bühne der LANXESS Arena sind dann wirklich internationale Top-Startups vertreten, und zwar durch ihre Gründer und Co-Gründer. Darauf legen wir Wert. Wir wollen keine Sales-Manager haben, die eine Verkaufsshow machen, sondern wirklich die Top-Stars der Branche.

Wen denn zum Beispiel?

Am bekanntesten ist Arun Pudur, indischer Software-Unternehmer und Selfmade-Milliardär, der sich in Deutschland ganz gezielt Startups anschauen will, um hier zu  investieren. Dann haben wir beispielsweise Bob Frankston, das ist der Entwickler der ersten kommerziellen Software der Welt, und Ben Towers, der Startups in Serie gründet und gerade mal 15 Jahre alt ist. Er reist in Begleitung seiner Mutter an...

Startup-Konferenzen geben sich gerne ja mal etwas unkonventionell. Ihre nicht...

Wir kommen aus dem Mittelstand, aus dem B2B-Umfeld, und unser interner Slogan ist: Wir wollen Business machen. Feiern können die Leute anderswo gerade in Köln gut genug, wir wollen einen Tag voller Konzentration auf das Thema. Morgens rein, abends raus.

Und Ihre Zielgruppe findet das gut so?

Sagen wir mal so: Die Expo war im vergangenen Jahr innerhalb von vier Wochen ausverkauft und doppelt überbucht.

 

Weitere Informationen: www.startupcon.de

 

 

Stand: September 2016