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LekkerWissen:
Der YouTube-Kanal als Marketingtool

Seit Januar läuft das Stipendium des Mediengründerzentrums NRW für den Jahrgang 2016. Wir unterhielten uns mit den Kölner Stipendiaten Eduard Flemmer und Simon Wessel-Therhorn von LekkerWissen.

 

Die Mediengründerzentrum NRW MGZ GmbH begleitet auch 2016 wieder elf junge Unternehmen aus den Bereichen Film, Fernsehen, Neue Medien und Games ein Jahr lang in ihrer Gründungsphase. Im Rahmen des Stipendiatenprogramms erhalten sie einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von jeweils 10.000 Euro sowie ein umfängliches Seminar- und Coachingprogramm. Eines dieser Unternehmen heißt LekkerWissen. Die beiden in Köln wohnenden YouTuber und studierten Physiker Eduard Flemmer und Simon Wessel-Therhorn erklären unter dieser Dachmarke auf unterhaltsame Art und mit kunterbunter Kreide physikalische Phänomene – in Videos, auf der Bühne und bald auch in Buchform.  

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, in Videos Physik zu erklären?

Eduard: Vor etwa zweieinhalb Jahren haben wir uns auf mündliche Prüfungen vorbereitet und wollten verhindern, dass wir das Gelernte direkt wieder vergessen. Für uns sollten unsere Clips Karteikarten ersetzen. In den allerersten Videos haben wir zum Beispiel irgendwelche Sachen hergeleitet und mathematisch bewiesen – auf Universitätsniveau.

 

Tatsächlich nur für Sie selbst?

Simon: Wir dachten, dass das auch für Kommilitonen interessant sein könnte. Die ersten Videos stießen aber nicht auf große Resonanz. Also haben wir uns gefragt, ob wir das nicht ein bisschen anders aufziehen wollen: etwas machen, das für die Allgemeinheit verständlich ist. Im Rahmen meines Lehramt-Studiums empfand ich es als sinnvoll, sich an einem jüngeren Publikum zu orientieren. Physik genießt in der Schule leider nicht den besten Ruf. Das wollen wir ändern und mehr Menschen für Naturwissenschaften begeistern. Unsere ersten Videos erhielten direkt ein ziemlich gutes Feedback – im Freundes- und Familienkreis, aber auch im Netz.

 

 Den Durchbruch haben dann diverse Medienberichte gebracht.

Simon: Gerade durch den  Artikel bei „Spiegel Online“ wurden wir mit viel Aufmerksamkeit beschenkt. Eine ganze Reihe von Unternehmen hat sich bei uns gemeldet und angefragt, ob man nicht in irgendeiner Form zusammenarbeiten könnte. Nach und nach ist dann die Idee entstanden, gemeinsam Content zu produzieren. Diese neuen Videos, die wir in Zukunft produzieren, werden keine klassischen Image-Filme, sondern wir erklären für technisch ausgerichtete Firmen lustig und kurzweilig, wie Dinge funktionieren, zum Beispiel ein Auto-Motor.

 

Also in der Art wie die bisherigen Filme?

Eduard: Das wird eine neue Art von LekkerWissen-Episoden, natürlich mit unserer Handschrift – humorvoll und allgemein verständlich. Durch das Sponsoring ergeben sich neue Möglichkeiten, was die Gestaltung angeht, sodass man auch aufwändiger produzieren kann. Wir werden diese neuen Episoden auch auf unserem Kanal veröffentlichen, so können diese Unternehmen auch von unserer Reichweite profitieren.  Das Geschäftsfeld, branded-youtube-content im Bildungsbereich, ist bislang in Deutschland kaum erschlossen, anders als in den USA beispielsweise.

 

Welche Zielgruppe erreichen die Unternehmen dadurch?

Simon: Unser Kanal spricht Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und Mitte 30 an, größtenteils ein männliches Publikum.

 

Mit dieser Geschäftsidee haben Sie sich dann um ein Stipendium beworben ... :

Eduard: Die „Tentakel der Erkenntnis“ – also diese Image-Filme – sind nur ein Teil unserer Geschäftsidee. Wir wollen mit unserem Bildungscontent mehrere Medien bespielen. Auf der Ideen-Expo präsentierten wir letztes Jahr beispielsweise eine Live-Show und möchten das gerne fortführen. Außerdem schreiben wir gerade an einem Buch, das 2017 veröffentlicht wird.  Auch bieten wir Workshops zur Wissensvermittlung an Jugendliche an und machen Wissensbeiträge fürs TV. Wir fahren also mehrgleisig. Getragen werden soll das Ganze durch die Marke LekkerWissen, die dafür steht, dass die Inhalte gut recherchiert sind, Hand und Fuß haben und unterhaltsam vermittelt werden.

 

Wie hilft Ihnen das Stipendium dabei?

Simon: Das Stipendium hat drei Säulen. Die finanzielle Unterstützung ermöglicht uns als Unternehmen in Gründung, uns neue Strukturen zu schaffen, wie ein Büro. Wenn die Geschäftsidee bald anläuft, werden wir auch endlich keine Nebenjobs mehr brauchen, um LekkerWissen weiter zu tragen.

Eduard: Das Netzwerk, also die zweite Säule, ist für mich die bedeutendste. Dass man mit Leuten in Kontakt kommt, sich gegenseitig unterstützt, Verbindungen knüpft. Das  Stipendium bietet viele Gelegenheiten dazu, etwa durch die Einladung zu Kongressen. Darüber hinaus kommen ja auch noch – als dritte Säule – Seminare, Workshops und Coachings hinzu. Wir sitzen dann mit den anderen Unternehmen in einem Raum, dadurch wächst automatisch der Zusammenhalt des Jahrgangs – wie bei einer Schulklasse auch.  

 

Was lernen Sie in den Seminaren und was stellt das Stipendium für Sie dar?

Simon: Wir sind keine BWLer. Im Physikstudium haben wir uns mit Themen wie Unternehmungsgründung und Steuerrecht nie beschäftigt. Das Mediengründerzentrum stellt uns Experten an die Seite, die uns alles, was wir wissen müssen, sehr gut vermitteln. Dies erweist sich als enorm hilfreich.  

Eduard: Wir sind dankbar dafür, von der Mediengründerzentrum NRW MGZ GmbH unterstützt zu werden.  Jeder der Stipendiaten hat eine faszinierende und einmalige Geschäftsidee, und wir fühlen uns äußerst wertgeschätzt, Teil dieses vielseitigen Jahrgangs zu sein. Das ist eine große Chance, eine Auszeichnung und ein wundervolles Gefühl.

 

 

Weitere Informationen: www.youtube.com/user/wtcologne/featured

 

 

Stand: Februar 2016