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Kölner Koproduktion erhält Grimme-Preis

Am 13. April 2018 werden in Marl die Grimme-Preise verliehen. Ausgezeichnet wird auch ein Film, der von der Kölner Filmpunkt GmbH koproduziert wurde: „Cahier Africain“. 

Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms von Heidi Specogna steht ein gewöhnliches Schulheft. Anstelle von Vokabeln füllen sich seine karierten Seiten mit den mutigen Zeugenaussagen von 300 zentralafrikanischen Frauen und Mädchen. Sie offenbaren, was ihnen im Oktober 2002 im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen von kongolesischen Söldnern angetan wurde. Das Heft ist ihr selbst gefertigtes Beweisstück, um die an ihnen verübten Vergewaltigungen zur Anklage zu bringen. Im Zuge einer aufwändigen Geheimmission gelangte es nach Den Haag – in der Hoffnung, dem Internationalen Strafgerichtshof ein entscheidendes Beweismittel im Prozess gegen Jean-Pierre Bemba, dem ehemaligen Vizepräsidenten der Demokratischen Republik Kongo, in die Hand zu geben; tatsächlich wurde dieser am 21. Juni 2016 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig befunden und zu 18 Jahren Haft verurteil. Über sieben Jahre lang gingen Heidi Specogna und Kameramann Johann Feindt den Lebensgeschichten der Menschen nach, die sich in dem Heft offenbart hatten: eine Langzeitdokumentation, die auf Drehmaterial, Fotos, Briefen und Rechercheberichten basiert. „Cahier Africain“ ist eine Produktion der PS Film (CH) in Koproduktion mit der Kölner Filmpunkt unter Senderbeteiligung von ZDF und 3sat. Die Filmstiftung NRW förderte das Projekt mit 75.000 Euro, weitere Förderer waren u.a. FFA, BAK (CH), Zürcher Filmstiftung und Amnesty International. In Deutschland brachte Déjà-vu Film den Film ins Kino, der Weltvertrieb liegt bei der Kölner Rushlake Media. „Cahier Africain“ erhielt im vergangenen Jahr die Lola als Bester Dokumentarfilm und gewann den Schweizer Filmpreis. Der Film wurde darüber hinaus mit mehreren Menschenrechtspreisen ausgezeichnet und erhielt beim DOK Leipzig die Silberne Taube.