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gamescom 2017: größer und mit neuer Konferenz

Vom 22. bis zum 26. August 2017 findet in Köln die gamescom statt. Wir sprachen mit Tim Endres, Director gamescom, über seine Erwartungen und über Veränderungen beim weltweit größten Event für Computer- und Videospiele.

Wenn Sie heute auf die gamescom 2016 zurückschauen, wie lautet da Ihr Fazit?

Die gamescom ist 2016 ihrem Status als weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele erneut gerecht geworden. Mit 345.000 Besuchern hatten wir eine ähnlich große Besucherzahl wie im Jahr zuvor, damit sind wir weltweit mit riesigem Abstand die Nummer Eins. Hinzu kam das starke Wachstum auf Austellerseite, da haben wir um neun Prozent zugelegt. Mit 877 Ausstellern aus 54 Ländern konnten wir hinsichtlich der Anzahl und der Internationalität einen Rekord aufstellen. Insofern war die gamescom 2016 sehr erfolgreich. Und auf diesem Erfolg können wir jetzt natürlich sehr gut aufbauen.

Zeichnet sich denn ein ähnlich großer, womöglich sogar noch größerer Erfolg ab?

Die Vorzeichen könnten wirklich nicht besser sein. Beim Ticketing sind wir im Vergleich zum Stichtag des Vorjahres aktuell rund zehn Prozent im Plus. Besonders spannend ist dabei die Entwicklung des Mittwochs. Bisher lief die gamescom ja von Mittwoch bis Sonntag. 2017 läuft sie erstmals von Dienstag bis Samstag. Statt des Sonntags ist jetzt der Mittwoch Publikumstag, und der wird stärker nachgefragt als der Sonntag. Was die Besucherzahlen anbelangt, ist also alles wunderbar auf Kurs.

Und bei den Ausstellern?

Ebenso. Auch da sind wir zum Stichtag im Plus. Es zeichnet sich ab, dass wir erneut ein Wachstum bei den Ausstellern verzeichnen können. Es ist aber noch ein wenig zu früh, um zu sagen, bei welcher Anzahl wir genau landen. Was ich aber schon sagen kann, ist, dass wir die Fläche erweitern werden. Wir werden in diesem Jahr zum ersten Mal bei der gamescom die Halle 1 öffnen. Bei der ersten gamescom 2009 hatten wir 100.000 Quadratmeter Fläche. Jetzt liegen wir bei 200.000 Quadratmetern. Und auch die anderen wesentlichen Kennzahlen haben sich allesamt verdoppelt.

Was bedeutet die Flächenvergrößerung für den Status der gamescom?

Die business area stellt Europas Leitmesse für die Gaming Industrie dar. Dadurch, dass nun auch noch die Halle 1 hinzukommt, wird sie diesen Status noch einmal deutlich ausbauen können. Mehr Fläche, mehr Internationalität – die Business Area wächst, das ist eine super Botschaft.

Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Ein USP der gamescom ist, dass wir Gaming in allen Facetten darstellen, also wirklich plattformübergreifend. Konsolen Gaming, Mobile, Online, PC, Virtual Reality, E-Sports – all diese Themen finden auf der gamescom statt. Das findet man sonst nirgendwo. Andere Messen – wie zum Beispiel die E3 in Los Angeles, auf der ich gerade war – sind sehr stark fokussiert auf das Thema Konsolenspiele, und in Asien findet man oftmals Online- und Mobile-Spiele. Die gamescom bildet alles ab.

Ein weiterer wichtiger Pfeiler der gamescom ist die entertainment area.

Ja, da ist unser Ziel, jedes Jahr das bestmögliche Entertainment zu bieten. Die Besucher sollen die Möglichkeit haben, neue Spiele auszuprobieren und auch sonst jede Menge Spaß zu haben. Ganz hoch im Kurs steht bei ihnen beispielsweise das YouTuber-Treffen. Das sind Dinge, die wir in diesem Jahr auch noch mal weiter ausbauen werden.

Gibt es weitere Veränderungen?

Gänzlich neu in der gamescom-Woche ist die devcom. Die Developer Conference devcom fokussiert sich in Sachen Zielgruppe auf professionale Games-Entwickler. Es wird Keynotes, Panels und Präsentationen zur Zukunft das Game Developing geben. An ihnen nehmen Profis aus der Games-Entwicklerszene teil, es gibt aber auch ein Programm und ein entsprechendes Ticketangebot für Studierende und unabhängige Entwickler, die in diese Welt hineinschnuppern wollen.

Und das gamescom city festival?

Da gibt es ebenfalls eine Neuerung: Das gamescom city festival wird im Gegensatz zur eigentlichen gamescom bis einschließlich Sonntag weiterlaufen. Dadurch bekommt es noch einmal eine ganz andere Aufmerksamkeit – im Grunde die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Ein Festival mit drei, teilweise vier Bühnen im Herzen der Stadt ist ebenfalls etwas, was uns im internationalen Wettbewerb abgrenzt. Das findet man sonst nirgendwo.

Partnerland der gamescom-Woche ist in diesem Jahr Kanada. Warum?

Kanada ist einer der wichtigsten Entwicklerstandorte weltweit. Die Politik hat dort sehr früh das Potenzial des Game Developings erkannt und entsprechende Förderinstrumente auf den Weg gebracht. Das ist auch ein sehr gutes Beispiel für Deutschland, wo die Reise noch hingehen kann. Darüber hinaus hilft die Auswahl des Partnerlandes der devcom. Wenn man ein solches Schwergewicht unter den Entwickler-Standorten in der gamescom-Woche als Partnerland hat, kann eine neue Entwickler-Konferenz davon nur profitieren.