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Filmstiftung: Fördergelder für Kölner Low-Budget-Projekte

Die Filmstiftung vergibt insgesamt 153.300 Euro für neun Low-Budget-Projekte im Bereich Verleih und Vertrieb. Sieben davon stammen von Kölner Unternehmen.

„Butenland“, Verleih: mindjazz, Förderung: 25.000 Euro
Der ehemalige Milchbauer Jan Gerdes und die Tierschutzaktivistin Karin Mück haben mit ihrem Projekt Hof Butenland einen Ort geschaffen, an dem es keine Nutztiere mehr gibt: ein friedliches Miteinander, das fast schon utopisch erscheint. Regisseur Marc Pierschel zeigt ein intimes Portrait zweier Menschen, die sich für Tiere einsetzen, und hinterfragt den gegenwärtigen Status von Nutztieren in unserer Gesellschaft. Seit 6. Februar 2020 in den Kinos.

„Wir Eltern“, Verleih: W-film, Förderung: 25.000 Euro
Das Elternpaar Kamber-Gruber glaubt, alles richtig gemacht zu haben. Doch die halbwüchsigen Kinder blockieren das Familiensystem. Bis die Eltern ausziehen. Für die autofiktionale Familienkomödie mitten aus der Alltagsrealität schrieb Mutter Ruth Schweikert gemeinsam mit Ehemann und Regisseur Eric Bergkraut das Drehbuch. Der charmante Blick durchs Schlüsselloch ist ab 9. April 2020 im Kino.

„Die Cordillere der Träume“, Verleih: Real Fiction Film, Förderung: 20.000 Euro

Im letzten Teil der Trilogie zur Heimat befasst sich Regisseur Patricio Guzmán mit der zentralen Andenkette und dem Gedächtnis der bewegten Bilder. Es ist der intimste seiner immer sehr persönlichen Filme, der ihn zurück in die Ruinen des Hauses seiner Kindheit führt. Neben dem Anden-Massiv, der Cordillere, das Chiles Landschaft dominiert, beschäftigt ihn die Geschichte des Landes. Die Natur wird zum Sinnbild der politischen Geschichte revolutionärer Utopie, faschistischer Diktatur und neoliberalem Raubbau. Ab 5. Juni 2020 im Kino.
 
„Trouble every Day“, Verleih: Rapid Eye Movies, Förderung: 20.000 Euro
Shane Brown ist ein Wissenschaftler, der zusammen mit seiner frisch angetrauten Frau June Paris, die Stadt der Liebe, besucht. Was sie allerdings nicht weiß, ist, dass er dort auf der Suche nach dem verschollenen Kollegen Léo ist, der bei Experimenten in Afrika Wesen erschaffen hat, die bei der „Paarung" ihren Partner töten und verspeisen. Shane war ein Versuchsobjekt Léos. Claire Denis Genre-Klassiker kommt ab Mai 2020 neu digitalisiert auf die große Leinwand.
 
„Space Dogs“, Verleih: Real Fiction Film, Förderung: 17.000 Euro
Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleiten die Regisseure Elsa Kremser und Peter Levin die Abenteuer zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Das dokumentarische Märchen, das mit einem Gerd Ruge Stipendium entwickelt wurde, startet am 28. Mai 2020 in den Kinos.
 
„Nina Wu“, Verleih: Rapid Eye Movies, Förderung: 15.000 Euro
Nina Wu hat ihre Familie und Heimat vor acht Jahren verlassen, um nach Taipeh zu gehen, wo sie eine Schauspielkarriere anstrebt. Bislang hat sie nur einige Kurzfilme und Werbespots gedreht. Ihr Agent Mark überredet sie, für die Hauptrolle in einem Spionage-Thriller vorzusprechen, der in den 1960er Jahren spielt. Sie bekommt die Hauptrolle. Doch Rolle und Regisseur stellen Nina Wu vor große Herausforderungen. Das Drehbuch zum Film ist von eigenen Erfahrungen der Hauptdarstellerin Wu Ke-Zi inspiriert. Der vielschichtige Psychothriller von Regisseur Midi Z lief in der Reihe Un Certain Regard in Cannes. Ab April 2020 in den deutschen Kinos zu sehen.

„Becoming Black“, Weltvertrieb: Rushlake, Förderung: 8.800 Euro

In ihrer autobiografischen Geschichte erzählt Regisseurin Ines Johnson-Spain über ihr Aufwachsen als schwarzes Kind in einer weißen Familie in der DDR der 60er und 70er Jahre. Ihre Eltern erzählten ihr immer, dass ihre Hautfarbe reiner Zufall sei. Erst viele Jahre später erfährt sie von ihrem Vater Lucien aus Togo. Das wirft viele Fragen auf, eröffnet aber auch eine neue Welt und eine neue Familie. Das mit Unterstützung des Gerd Ruge Stipendiums entwickelte Portrait soll international vertrieben werden.