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Film- und Fernsehbranche soll grüner werden

Zusammen mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus der Film- und Fernsehbranche hat Kulturstaatsministerin Grütters eine Gemeinsame Erklärung für mehr Nachhaltigkeit in der Film- und Serienproduktion unterzeichnet. „Eine Branche, die sich nicht zu Unrecht als Teil der gesellschaftlichen Avantgarde versteht, sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen", betonte die Staatsministerin.

Zahlreiche Gäste waren auf Einladung der Staatsministerin für Kultur und Medien zur Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung ins Bundeskanzleramt nach Berlin gekommen. Das gemeinsame Ziel: Die Film- und Fernsehwirtschaft spürbar nachhaltiger gestalten, indem negative ökologische Auswirkungen in den Produktionsabläufen so weit wie möglich reduziert werden.

Die Staatsministerin hatte die Gemeinsame Erklärung initiiert, weil der Schutz der Umwelt und des Klimas eine der drängendsten Aufgaben der heutigen Zeit ist. Mit den erheblichen öffentlichen Fördermitteln von Bund und Ländern für die Filmwirtschaft verbinde sich auch dahingehend eine besondere gesamtgesellschaftliche Verantwortung, unterstrich Grütters.

In dieser besonderen Verantwortung stehe aufgrund seiner Finanzierung durch den Rundfunkbeitrag der öffentlich-rechtliche Rundfunk. „Dass daneben gerade auch private Sender – die sich über den Markt finanzieren müssen – schon seit längerem engagiert das Thema Nachhaltigkeit verfolgen, begrüße ich sehr."

Grütters machte darauf aufmerksam, dass eine nachhaltigkeitsorientierte Film- und Serienproduktion auch ein Standortfaktor ist, der Chancen für neues Wachstum und für sichere Arbeitsplätze bietet. Deutschland verfüge sowohl über herausragende künstlerische Talente als auch über filmwirtschaftliche und filmtechnologische Expertise von Weltrang, so die Staatsministerin. Auch das starke Filmförderungssystem des Bundes, der Filmförderungsanstalt (FFA) und der Länder biete beste Voraussetzungen, um den Produktionsstandort Deutschland in Sachen ökologische Nachhaltigkeit beispielgebend weiterzuentwickeln.

Dabei fange die Branche aber nicht bei Null an, hob Grütters hervor. Beispiele hierfür sind der „Arbeitskreis Green Shooting" oder verschiedene Selbstverpflichtungserklärungen, darunter die des Deutschen Produzentenverbandes. Hinzu kommen diverse Nachhaltigkeitsstrategien einzelner Sender und Unternehmen.

Die Staatsministerin erklärte weiter, es gehe jetzt darum, alle Sektionen der gesamten Branche zusammenzubringen, konkrete und tragfähige Maßnahmen zu erarbeiten und diese dann auch konsequent umzusetzen.

Hierzu hat der Bund in seinen Filmförderregularien bereits übergreifende Impulse für ressourcenschonende Film- und Serienproduktionen gesetzt. So werden etwa die Kosten für eine ökologische Beratung als zuwendungsfähige Herstellungskosten anteilig bezuschusst. Auch das Filmförderungsgesetz (FFG) verpflichtet die FFA bereits seit einigen Jahren zur Wahrung ökologischer Belange.

Mit der bevorstehenden Novellierung soll das FFG nun auch verbindliche Nachhaltigkeitskriterien als Fördervoraussetzung enthalten. Zudem kündigte Staatsministerin Grütters ein freiwilliges Zertifikat an, mit dem künftig besonders nachhaltige Produktionen ausgezeichnet werden. Das Vorhaben startet im Sommer 2020 mit einer wissenschaftlich begleiteten Pilotphase. In einem zweiten Schritt wird es durch verbindliche Nachhaltigkeitskriterien in den Förderrichtlinien der Filmförderung des Bundes ergänzt. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, dauerhaft wirksame Strukturen für die ökologische Produktion audiovisueller Inhalte in Deutschland zu etablieren.