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„Die Flut von Bewegtbild im
Internet ist unübersehbar“

Ekkehart Gerlach ist Geschäftsführer der deutschen medienakademie in Köln und Mitglied des Gemeinschaftsausschuss Medien der Industrie- und Handelskammern Köln und Bonn/Rhein-Sieg, für den er sich um das Thema Konvergenz kümmert. Im vergangenen Jahr resultierte aus dieser Beschäftigung eine Konferenz namens „Kommen jetzt die Videotechs? Bewegtbild-Produktion, Distribution und Konsum – In Zukunft (immer mehr) ein Internet-, ein IT- und TK-, ein digitales Thema?“. Eine Neuauflage der von IHK und Gemeinschaftsausschuss Medien durchgeführten Veranstaltung ist für 2019 geplant. Bereits am 5. Juni 2018 findet ein Roundtable der deutschen medienakademie zum Thema Bewegtbild statt. Auch darüber unterhielten wir uns mit Ekkehart Gerlach.

 

Herr Gerlach, wie kommt es, dass Sie sich im Gemeinschaftsausschuss Medien des Themas Konvergenz angenommen haben?

Ich hatte den Vorschlag gemacht, Probleme zu identifizieren, zu bestimmen, welche davon die wichtigsten sind, und sich dann in Arbeitsgruppen mit ihnen zu beschäftigen. Für mich, der ja eher von der technologischen Seite kommt, stand sofort fest, dass das Thema Konvergenz dabei auf keinen Fall fehlen darf. Und so wurde dazu eine entsprechende Arbeitsgruppe gegründet.

 

Wie sind Sie weiter vorgegangen?

Konvergenz heißt, dass man sie auch leben muss. Ich habe deshalb Kollegen aus dem ITK-Ausschuss der IHK Köln, in dem ich auch Mitglied bin, dazu gebeten. Gemeinsam haben wir überlegt, welche Aspekte Priorität haben und wie wir sie vertiefen wollen. Letztlich haben wir uns dann für das Format einer Konferenz entschieden. Ausgangspunkt war die Fragestellung, inwieweit die konvergente Nutzung von Internet-, IT- und TK-Technologien  die bewegtbildige Wertschöpfungskette von der Produktion bis zur Verbreitung beeinflussen wird. In der Veranstaltung hatten wir Statements und Diskussionen zu Themen wie „Virtuelle Bluescreens statt realer Studios?“, „Produzieren Algorithmen, Big Data und KI die Blockbuster der Zukunft?“ oder auch „,Kostenlose Bandbreite – Kritischer Erfolgsfaktor von Consumer-Video-Geschäftsmodellen“.

 

Wie lautete Ihr Fazit?

Ich denke, wir haben zusammen mit unseren Speakern viele interessante Aspekte abgebildet. Was mich gewundert hat, war die teilweise doch recht verhaltene Reaktion der Bewegtbild-Profis auf die These, dass ITK und Medien immer mehr zusammenwachsen. Für mich steht das außer Frage. Auf dem Smartphone ist inzwischen die Haupttätigkeit „Bilder ansehen“, und immer mehr davon bewegtbildig. Die Flut von Bewegtbild im Internet ist unübersehbar. Experten sehen klassisches Broadcasting auf gesonderten Rundfunk-Netzen zunehmend skeptisch und verweisen auf hyper-konvergente Plattformen in anderen Branchen. Und das sind nur ein paar Beispiele.

 

Sie werden mit der Konferenz weitermachen?

Ja, die IHK und wir von der deutschen medienakademie haben bereits im vergangenen Jahr beschlossen, dieses Format des Gedankenaustauschs zwischen Experten aus so unterschiedlichen Bereichen wie Produktion, Fernsehen, Software und Telekommunikation in 2019 wieder aufzunehmen. Da die Zeit bei den Entwicklungen im konvergenten Bereich zwischen IT, Telekommunikation, Internet und Bewegtbild aber nicht stehen bleibt, wird die deutsche medienakademie einen kleineren Roundtable zu diesem Thema mit der verheißungsvollen Überschrift „TV technologisch gesehen – Dinosaurier oder Aschenphönix?“ am 5. Juni 2018 dazwischen schieben. 

 

Sie haben dazu unter anderem Stefan Schinzel, Produktmanager TV bei der Media Broadcast GmbH, Bernhard Engel von der Medienforschung des ZDF und Robert Dube, Leiter VoD bei der RTL Interactive GmbH eingeladen. Welchen Fragen gehen Sie bei der Veranstaltung nach?

Wir wollen unter anderem diskutieren, wie viel Bewegtbild es in Zukunft rund um uns geben wird, auf welchem Netz und auf welchen Empfangsgeräten das alles auf uns zukommt, wer es wie konsumieren wird. Wenn feste Programm-Schemata an Bedeutung verlieren und unsere Bewegtbild-Landschaft in Zukunft mehr und mehr aus einem On-Demand-Szenario für Videos mit interaktiven Optionen besteht, dann wird es bei den Inhalten und bei den Verbreitungswegen zu tiefgreifenden strukturellen Umschichtungen kommen. Ich denke, darüber muss man reden.

 

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.