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Das neue Berufsbildungsgesetz (BBiG)

Das neue Berufsbildungsgesetz setzt wichtige Impulse, um die Berufliche Bildung attraktiver zu machen und zu stärken.
 

Die BBiG-Novelle zeigt, dass die akademische und die berufliche Bildung gleichwertig sind. Beide bieten hervorragende Perspektiven und ergänzen sich. Die höherqualifizierende Berufsbildung eröffnet Möglichkeiten bis auf Master-Niveau und ist eine gute Alternative zum Studium. Das hilft letztlich den Unternehmen, ihren Bedarf an beruflich qualifizierten Fachkräften besser zu decken.
 


Welche Neuregelungen greifen zum 1. Januar 2020?

 
1. Die Mindestausbildungsvergütung
Bisher sah § 17 Abs.1 BBiG eine angemessene Vergütung vor, die nach dem Lebensalter so zu bemessen war, dass sie mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jährlich steigen musste. Die Angemessenheit der Vergütung war gesetzlich nicht geregelt.
 
Der neu gefasste § 17 BBiG konkretisiert die Mindestvoraussetzungen für eine Angemessenheit der Vergütung. Die Mindestausbildungsvergütung gilt erstmals für Berufsausbildungsverträge die ab dem 01.01.2020 abgeschlossen werden. Für die gesamte Ausbildungsdauer müssen die Mindestvergütungssätze (differenziert nach Ausbildungsjahren) eingehalten werden, die für den Beginn der Ausbildung gelten.
 
2. Freistellung von Auszubildenden und Anrechnung auf die Ausbildungszeit
Die neu geschaffenen Regelungen in § 15 BBiG gelten für volljährige Auszubildende:
 
Die Regelung, dass Auszubildende vor einem vor 09:00 Uhr beginnenden Berufsschulunterricht nicht beschäftigt werden dürfen, wurde aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz in das BBiG übernommen. Darüber hinaus sollen alle Auszubildenden nicht nur für die Teilnahme am Berufsschulunterricht, sondern auch an einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden, einmal in der Woche sowie in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen Blockunterricht von mindestens 25 Stunden (an mindestens fünf Tagen) freigestellt werden. Auszubildende haben ferner an Arbeitstagen, die der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorangehen, einen Freistellungsanspruch.
 
Für minderjährige Auszubildende gelten gem. § 15 Abs. 3 BBiG die Regelungen des JArbschG.
 
3. Neue Fortbildungsstufen nach §§ 53a ff. BBiG
Der Entwurf sieht für die neu eingeführte höherqualifizierende Berufsbildung drei Fortbildungsstufen vor, die jeweils eine eigene, zusätzliche Bezeichnung erhalten.
 
Die erste Fortbildungsstufe ist der Berufsspezialist/die Berufsspezialistin, die zweite Stufe der Bachelor Professional und die dritte Stufe der Master Professional. Die Bezeichnungen der drei Fortbildungsstufen gelten für die Fortbildungsordnungen des Bundes sowie für die Fortbildungsprüfungsregelungen der IHKs.
 
4. Die Teilzeitausbildung

Die durch die BBiG-Novelle 2005 erstmals gesetzlich geschaffene Möglichkeit der Teilzeitberufsausbildung wird durch eine eigene Vorschrift mit erleichterten Voraussetzungen gestärkt. Durch diese Gesetzesänderungen soll die Teilzeitberufsausbildung für einen größeren Personenkreis geöffnet und zugleich attraktiver ausgestaltet werden.
 
Die Neuregelung öffnet die Teilzeitausbildung damit auch für Personen, die nicht die bisher anerkannten Gründe wie Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen vorweisen können.
 
Eine inhaltlich mit der Vollzeitausbildung vergleichbare Ausbildung wird durch die entsprechend verlängerte Ausbildungsdauer gewährleistet.
 
5. Geplante Änderungen im Prüfungswesen

Für die Umsetzung der geplanten Änderungen im Prüfungswesen ist zunächst eine Anpassung der Musterprüfungsordnung und anschließend eine Anpassung der "Prüfungsordnung für die Durchführung von Abschluss- und Umschulungsprüfungen" der IHK Köln erforderlich. Sobald uns diesbezüglich weitere Informationen vorliegen, werden wir unsere Ausbildungsbetriebe sowie unsere Prüferinnen und Prüfer selbstverständlich umgehend informieren.

 

Das neue Berufsbildungsgesetz und Informationen zu Ihren Ansprechpartnern finden Sie unter https://www.ihk-koeln.de/220780.